Turnierbericht Weltmeisterschaft 2004  


Am Freitag machten wir uns gegen 12:00 Uhr auf den Weg nach München, da wie letztes in Kanada, das Turnier an zwei Tagen ausgetragen werden sollte und wir somit schon am Freitag Abend unsere ersten Runden tanzen würden. Fast zeitgleich trafen auch die anderen Paare der Nationalmannschaft im Hotel Ibis ein, wo wir schon vor zwei Jahren „residierten“. Gegen fünf trafen wir dann in der Halle ein und ein wenig später gesellte sich auch unser Häuptling Peter zu uns (nachdem er erst mal alle anderen Paare und Nationen begrüßt hat und zuletzt dann beim Deutschen Team auftauchte) In der Fußtechnik-Vorrunde hätte Dany sich dann fast den falschen Tanzpartner geschnappt, da das neue Trikot von Werner und Verena doch verblüffende Ähnlichkeit mit unserem Trikot aufweißt. Gleich zu Beginn der Fußtechnik gab es eine Schrecksekunde, die von Dany völlig unbemerkt blieb. In der Anfangspose standen wir soweit auseinander, dass der Klaps auf den Po (das Startsignal) Dany gar nicht erreichte. Aber Bernd überspielte die Situation souverän und so konnten wir doch noch loslegen. Dank des neuen Wertungssystems (die Eingabe erfolgt direkt per Touch-Screen, die Gesamtpunktzahl und die momentane Platzierung nach der Punktzahl werden direkt nach der Runde auf der Leinwand angezeigt) waren wir nach der Fußtechnik eine wenig frustriert, da wir uns eine bessere Platzierung erhofft hatten. Peter schaffte es dennoch uns für die folgende Akrobatikrunde zu motivieren, da allein die Punktzahl noch keine zuverlässige Aussage über die Platzierung zulässt, da hierfür die Kreuzchenvergabe ausschlaggebend ist. In der Akrorunde konnten wir uns schließlich steigern und schlossen diese mit der punktemäßig 6.-besten Leistung ab (ich hoffe ich hab das noch richtig im Kopf). Dennoch reichte es nicht für den direkten Einzug ins Halbfinale. Damit war der erste Abend turniertechnisch auch schon wieder beendet. Wir stärkten uns noch ein wenig beim Catering, mussten dann aber leider feststellen, dass die anderen Nationen in Anbetracht des folgenden Wettkampftages nicht ganz so trink- und feierfreudig waren wie wir und so machten auch wir uns bald auf den Heimweg ins Hotel.

Da das Turnier am Samstag auch wieder erst um sieben beginnen sollte, zogen es die meisten von uns vor, nach einem ausgiebigen Frühstück noch eine Runde zu schlafen oder erkundeten ein wenig die Stadt. Nach einem kurzen Abstecher in den Plus, machten wir es uns mit einem Buch in der Hotellobby gemütlich und schlürften einen Latte Macchiato. Nach einem späten Besuch beim Italiener um die Ecke, (Andre ist schon am Vortag in den Genuss einer kostenlosen Portion Tortellini gekommen) ging es auch schon wieder in die Halle. Während André und Meike und Werner und Verena sich noch ein bisschen schonen durften (sie hatten bereits am Freitag das Halbfinale erreicht), wärmte sich der Rest für die Hoffnungsrunde auf. Gerade noch rechtzeitig taucht dann auch unser Coach auf, der dank des Bayern-Spiels eine Stunde im Münchner Fußballstau stand. Mit einer souveränen Runde gelang außer uns (als punktbestem Paar) auch Rainer und Tanja der Sprung ins Halbfinale und somit waren zumindest noch vier der 6 deutschen Paare im Rennen. Im Halbfinale wurde es für uns dann seeehr nervenaufreibend. Wir beschlossen, sowohl unseren eineinhalbfachen Salto wie auch den Doppelsalto aus dem Betterini ins Programm zu nehmen, um wenigstens die Chance zu wahren ins Finale der besten sieben einziehen zu dürfen. Dass es schwer werden würde, war klar. Fast jedes Paar hatte noch etwas draufzusetzen und die Anspannung war geradezu unerträglich. Mit dem Halbfinale hatten wir unser Ziel schon (fast) erreicht, aber der Ehrgeiz zumindest am Finale zu kratzen war doch spürbar. Auf der Fläche war die Angst dann auch vergessen und wir gaben wirklich alles. Leider lagen wir nachdem alle Paare getanzt hatten, nach Punkten nur auf dem 8. Platz und hatten uns schon fast damit abgefunden wie letztes Jahr in Kanada, als 8. knapp am Finale vorbeigeschrammt zu sein. Aber zumindest haben wir eine Runde getanzt, mit der wir und auch unsere Trainer zufrieden sein konnten. So standen wir schon dem Bayrischen Rundfunk Rede und Antwort und rätselten woran es gelegen haben könnte, dass es doch nicht ganz geklappt hat, als Peter wie von der Tarantel gestochen auftauchte und meinte „ihr seid im Finale“... Dany konnte es gar nicht glauben und ist vor lauter Freude in Tränen ausgebrochen, was natürlich der Reporterin besonders gut gefiel, die ihr sofort das Mikro unter die Nase gehalten hat und meinte „oh toll, Tränen, das kommt so authentisch“. Das war jedenfalls der absolute Oberhammer. Leider ereilte diesmal Andre und Meike das Pech, auf dem undankbaren 8. Platz zu landen und somit nicht ins Finale einziehen zu dürfen. Dennoch war Deutschland endlich mal wieder mit zwei Paaren im Finale einer WM vertreten. Auch Werner und Verena konnten die Wertungsrichter überzeugen.

Viel Zeit blieb uns nicht bis zur Pflicht und plötzlich war alle Nervosität wie weggeblasen. Jetzt wollten wir nur noch Spaß haben und für uns und natürlich alle Fans tanzen, die an uns geglaubt und uns in den Vorrunden unterstützt haben. Nach der Pflicht lagen wir auf Platz sechs (ok, vielleicht trainieren wir noch ein wenig Propeller für die Zukunft), den wir leider in der Fußtechnik nicht halten konnten, da Bernd sich 5 Sekunden vor Schluss vertanzte und wir diesen Fehler nicht ganz so gut kaschieren konnten, wie Christophe, der ausrutschte und dies so gut verkaufte, dass einige Wertungsrichter es scheinbar nicht bemerkt haben. So starteten wir als 7.platzierte als Erste in die Akrobatikrunde. Hier bekamen wir den doch sehr straffen Zeitplan zu spüren. Dany war gerade noch in der Umkleide um das Trikot ein letztes Mal zurecht zu zupfen, als Bernd schrie „Daaany, wir sind schon aufgerufen worden“. So blieb wenigstens keine Zeit mehr nervös zu werden.*gg Wir zeigten noch mal das Programm aus dem Halbfinale und konnten schließlich noch einen Platz gut machen. (Christophe und Diane patzten leider bei ihrem Doppelsalto rw. gebückt) Die Leistungsdichte im Finale war unglaublich. Soll bloß noch mal einer sagen, früher war alles viel besser... Jedes Paar zeigte mindestens einen Doppelsalto und eine weitere Höchstschwierigkeit, Carlos und Sandie krönten dies sogar mit 4 Doppelten (Doppel bück rw., Doppel-Betterini, Doppel vor, Doppel rück gehockt) Ein echtes Feuerwerk an Höchstschwierigkeiten, die man Ihnen leider auch ein wenig ansah. Nach einer super Pflicht und einer Fußtechnik, die zwar altbekannt ist, aber offensichtlich immer noch ungeheuer gut ankommt, reichten Johnny und Natalie zwei Doppelsalti um Ihren zweiten WM-Erfolg in Folge komplett zu machen. Mit dem 6. Platz auf unserer dritten WM-Teilnahme haben wir unseren bisher größten Erfolg gefeiert und hoffentlich auch einen verzweifelten Trainer versöhnlich gestimmt, dem wir nur allzu oft die Nerven geraubt haben. Nach dem Finale wurde noch bis tief in die Nacht gefeiert, wobei vor allem die Tschechen Ihre Trinkfestigkeit unter Beweis stellten, dem manch eine deutsche Dame aber in nichts nachstand (gel M...?)

Alles in allem nicht nur eine erfolgreiche WM für die Deutschen Paare, sondern auch eine absolut gelungene und schöne Veranstaltung, die wir noch lange in Erinnerung behalten werden.

[db 09.11.04]